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Bildschirmfoto2 NADA - die Welt ist Klang

Referenten: Veronika Karl und Christian Albert

 

Ein kurzer Einblick in das NADA-Seminar aus Sicht einer angehenden Yogalehrerin:

Ganz anders, als ich das von Unterrichtseinheiten vom früheren Realschulunterricht noch in Erinnerung habe, läuft ein Seminar bei Veronika und Christian ab: Das hat mit Schule nicht viel zu tun, die einzige Gemeinsamkeit ist wohl die Wissensvermittlung.

Die beiden bedienen sich jedoch der ganzheitlichen Lernmethodik, die Christian auch in seine Unterrichtseinheiten am Gymnasium einfließen lässt - Suggestopädie nennt sich das Zauberwort, bei der das Lernen mit allen Sinnen im Vordergrund steht und mit dem die beiden uns mal wieder in den Bann der Klangwelt gezogen haben! Wer das einmal erlebt hat, möchte gerne wieder Schüler sein...

 

Sehen

Die Bilder zum Thema, die bei Betreten des Raumes schon an den Wänden hängen, machen neugierig auf das Thema das uns erwartet: NADA - Die Welt ist Klang!

VAC - die Göttin der Sprache. Sarasvati, Göttin der Sprachgewandtheit und Musik.

Die folgende Frage stellen japanische Zen-Meister ihren Schülern:
Wenn du auslöscht Sinn und Ton, was hörst du dann?

Dieses Koan (Formel, Frage, Aufgabe, die alleine in der Meditation gelöst werden kann) wird seit Jahrhunderten gefragt.

Eine Antwort darauf von Willigis Jäger lautet: Die Stille hinter der Stille.

Still war es jedoch nicht nur, denn wir durften natürlich viel hören, horchen, lauschen, üben, sprechen, tönen und alles was man sonst noch mit der Stimme tun kann.

Wir konnten sehen, was Veronika uns mit dem Beamer präsentierte, und ihre Worte dazu hören aus alten Texten: Wenn wir die Wissenschaft über den Atem studieren, dann ist das Erste, was wir feststellen, dass der Atem hörbar ist. Er ist ein Wort für sich selbst, denn was wir ein Wort nennen, ist nur eine ausgeprägte Äußerung des Atems, geformt durch Mund und Zunge. Durch die Fähigkeit des Mundes wird Atem zur Stimme, und deshalb ist der Urzustand eines Wortes der Atem. Wenn wir deshalb sagen: "Zuerst war der Atem", dann bedeutet dies das Gleiche wie: "Im Anfang war das Wort".

Wir durften lauschen der sanften Stimme von Christian, Michael Ende "Momo" (Auszug):

"Was du gerade gesehen und gehört hast, Momo", antwortete Meister Hora, "das war nicht die Zeit aller Menschen. Es war deine eigene Zeit. In jedem Menschen gibt es diesen Ort, an dem du gerade warst. Aber dort hinkommen kann nur, wer sich von mir tragen lässt. Und mit gewöhnlichen Augen kann man ihn nicht sehen."

"Aber wo war ich denn gerade?"

"In deinem eigenen Herzen", sagte Meister Hora und strich ihr sanft über ihr struppiges Haar.

 

Wir übten und tönten gemeinsam

Bildschirmfoto

 

 

Sprachübungen

Auch waren wir gefordert, mit unserer Stimme und Sprache zu spielen beim Sprechen mit Korken im Mund, Zungenbrechern und anderen schwierigen Texten, wie dem von der Rhabarber-Barbara ;-)! Alle Achtung, Claudia, wie du dich der Herausforderung gestellt hast!!! Das längste Wort in der kurzen Geschichte war der Rhabarberbarabarabarbarbierbart!!

Abraham aß Aal am Achensee, Bruno bläst bravourös Basstuba...

 

Lesen mit gemeinsamer Textanalyse und Geschmacksverstärkung

Auch durften wir wieder in den Genuss kommen, ein Rilke-Gedicht gemeinsam zu lesen, es zu analysieren - und da es um das persische Heliotrop ging, welches, durch das stille Himmelbett hindüftend, sich vor dem gesteppten Laube zu der seidnen Traube schließt und sich die Stille mit Vanille und mit Zimmt vermischt …, durften wir zum Ausklang passend Zimsterne vernaschen.

 

Theaterspiel mit Verklanglichung

Ein Highlight, wie wir alle meinten, war die sprachliche und spielerische Inszenierung des Hörbildes von Theodor Fontanes Ballade "Die Brück' am Tay“.

In drei Gruppen hatten wir jeweils 40 Minuten Zeit, in unsere Rollen zu schlüpfen, an Stimmen und Charakteren zu arbeiten, Stimmungen mit Instrumenten zu erzeugen und dann im realen Spiel eine Einheit aus den drei Gruppen zu bilden.

Wirklich bühnenreif war das Schauspiel dann bei der Premiere tatsächlich, und wir alle waren sehr erstaunt, was man innerhalb so kurzer Zeit tatsächlich aus Stimmen, Geräuschen und Personen zaubern kann und welche Stimmung man wirklich mit nur wenigen Mitteln erzeugen kann!!!

Ein unvergessliches Wochenende - und das waren jetzt nur einige der vielen Anregungen, die uns die beiden gegeben haben!

 

Bettina Meier

 

Das OHR ist unser wichtigstes Sinnesorgan.
Das Ohr hat die Aufgabe, unsere Hirnrinde mit Energie zu versorgen (zu 90 Prozent).
Es ist unser Gleichgewichtsorgan.

 

Hören - Horchen - bewusstes Hören
Lauschen
- noch feineres, sehr bewusstes Horchen

 

Das Glück ist ein Augenblick der Ruhe zwischen zwei Geräuschen des Lebens.

 

Das Universum und ich existieren zusammen, und alle Dinge und ich sind eins. Da alle Dinge eins sind, ist kein Grund mehr zur Rede. Da ich jedoch eben gesagt habe, dass alle Dinge eins sind, wie kann da Rede nicht wichtig sein?

Hinter den Teilen ist immer etwas Ungeteiltes, hinter dem Bestreitbaren etwas Unbestreitbares. Du fragst: Was? Der Weise trägt es in seinem Herzen.

Dschuang-tse

Yogaschule Nordbayern